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ELEFANTEN IN NOT

EIN. SCHWEIZER HILFSWERK











Elefanten auf Festivals in Süd-Indien.
Weinen unter der Maske aus Gold





Knappe 2.500 Festivals werden durchschnittlich pro Jahr im Süden Indiens gefeiert. Tempelelefanten sind ein fester Bestandteil dieser Festivals, sie sind buchstäblich Gegenstand einer zutiefst verankerten Ganesh- Verehrung und ein Statussymbol, das königliche Macht und Herrschaft symbolisiert.

Als Kultobjekt massloser Selbstherrlichkeit, Ignoranz und mangelndem Verständnis sind diese Elefanten extrem traumatisiert. Sie müssen pro Tag zwischen zehn und zwölf Stunden still stehen, und das in über tausenden von Festivals pro Jahr. Sie sind ihrer Würde und Natürlichkeit beraubt. Sie dürfen nicht fressen, wann sie wollen, nicht schlafen, wann sie wollen, sie dürfen sich nicht bewegen, wann sie wollen.

Angekettet unter der gleißenden Sonne (um 45°C ) erblinden viele dieser Elefanten. Sie dürfen sich auch nicht mit Dreck bewerfen, was eine schützende Kruste gegen Sonnenbrand bilden würde; das würde die „Schönheit“ zerstören. Sie bekommen zu wenig Futter und zu wenig Wasser. Nach den Richtlinien des Forest Departments liegt ihr täglicher Bedarf bei ca. 500 kg Grünfutter und 250 Liter Wasser. Sie stehen wie ein Fels in der Brandung. Sie weinen unter der Maske aus Gold.





 
   


Tempelelefanten in Thrissur, verherrlicht von einer begeisterten Menschenmenge.


Ihre Fussgelenke weisen oft tiefe Spuren der Kettensporen auf, die sich schnell entzünden. Wenn diese Elefanten in der Musth sind, eine sexuelle Bereitschaft sich zu paaren--, haben sie während dieser Zeit einen vierzig- bis sechzigfachen Testosteronspiegel. Um diesen hohen Testosteronspiegel zu regulieren, würden sie hunderte von Kilometern in freier Wildbahn durchstreifen, um die besten weiblichen Elefanten zu finden und sich zu paaren, und dabei natürlich andere, weniger starke Bullen in die Flucht zu schlagen. In Gefangenschaft müssen sie diese Zeit, das sind je nach Alter zwischen drei und sechs Monate pro Jahr, angekettet verbringen. Laufen, fressen, Rivalen in die Flucht schlagen, sich paaren und ein neues Sozialsystem gründen, es gibt nichts dergleichen. Es gibt keine neuen Generationen unter diesen Elefanten.






                               Der grösste Elefant Indiens, einseitig erblindet.




                               Kilometerlange Märsche, um dann 12 und mehr Stunden still zu stehen.


Der psychische und körperliche Stress, dem Elefanten in Musth ausgesetzt sind, findet manchmal in Ungehorsam und hoher Gefährlichkeit seinen Ausdruck. Nicht selten kommt dabei ein Mahout zu Tode.

Und sie müssen zusätzliche Schmerzen aushalten, die ihnen eine egoistische Zivilgesellschaft bereitet, wenn sie sich den Befehlen der Mahouts widersetzen. Ist es da nicht mehr als verständlich, wenn es vorkommt, dass ein Elefant durchdreht, Amok läuft, und seinen Mahout umbringt? Es kommt so viel wie sehr sehr selten vor, dass ein Elefant ziellos tötet. Sie wissen ganz genau, wen. Im Rückblick lassen oft nach dutzenden von Jahren solche Tötungen auf schlechte Behandlung und simple Racheakte schliessen.




              In Rage geratene Tempelelefanten töten zwei Menschen während eines Tempelfestes in Thrissur, Kerala, Südindien. (Bilder unbekannt)




Hinzu kommt, dass sie extrem lauter Musik, endlosen Trommelparaden und Feuerwerkssalven standhalten müssen, die unmittelbar neben ihren Füssen und Ohren explodieren, in Dezibel nicht mehr zu messen. Ihre Füsse sind ausgestattet mit einem "Vibrationsdetektor", der über Kilometer in freier Wildbahn das ferne Trampeln von Büffelnherden oder Antilopen wahrnimmt.
Man mag sich diese Qualen nicht mehr vorstellen, hundert-bis tausendfachen Erschütterungen in unmittelbarer Reichweite ausgesetzt zu sein.





 Tempelelefanten in Mundur, bewegungslos über Stunden, Fanfarenfeuern ausgesetzt.


Nach diesen 10-12 Stunden des Stillstehenmüssens sind diese Tempelelefanten gezwungen den oft kilometerlangen Weg durch aufgestauten, lärmigen Verkehr  nach Hause an zu treten, um kurz zu rasten und erneut zu starten für die nächste Buchung eines berauschenden Festes. Allein 270 Tempelelefanten sind in Kerala in den Jahren 2011 bis 2014 gestorben. Es gibt keine qualifizierten Ärzte in Kerala um diese Elefanten zu behandeln, ausser einem, den ich persönlich kennengelernt habe. Diese Ärzte in der Tat sind im Allgemeinen für den Tod der Elefanten verantwortlich, denn sie verabreichen die gleiche Medizin, die sie den Menschen geben.





Massive Fussverletzungen von Kettensporen, die schlecht bis garnicht heilen. Ein Herd für Infektionskrankheiten.








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alle Bilder, es sei denn anders vermerkt © Brigitte Uttar Kornetzky, 2015
verantwortlich für den Inhalt von Website und Hilfswerk ist Brigitte Uttar Kornetzky